Am 25. März 1821, vor mehr als 200 Jahren hat Griechenland seinen Unabhängigkeitskrieg gegen die Osmanen begonnen. Dieser Tag steht unter anderem für eine eigenstaatliche griechische Republik. Es ist ein nationaler Feiertag an dem in ganz Griechenland Paraden gefeiert werden.
Direkt zu Beginn, wieviel weißt Du über den griechischen Unabhängigkeitstag?
Zum geschichtlichen Hintergrund
Die Belagerung lässt sich nur verstehen, wenn man einen Blick auf die Geschichte Griechenlands wirft. Von 1453 bis 1821 stand das Land unter osmanischer Herrschaft. Über viele Generationen hinweg lebten die Griechen unter fremder Kontrolle, doch ihre Identität ging in dieser Zeit nicht verloren. Sprache, Glaube und kulturelle Traditionen blieben erhalten und wurden bewusst weitergegeben.
Eine wichtige Rolle spielte dabei die griechisch orthodoxe Kirche. Sie war in dieser langen Phase weit mehr als ein religiöses Zentrum. Sie gab den Menschen Halt, bewahrte religiöse und kulturelle Werte und stärkte das Bewusstsein dafür, einer eigenen Nation anzugehören. So blieb der Wunsch nach Freiheit über Jahrhunderte lebendig.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts spitzte sich die Lage immer weiter zu. In vielen Teilen der griechischen Bevölkerung wuchs die Unzufriedenheit über die politische Abhängigkeit, die wirtschaftliche Belastung und die fehlende Selbstbestimmung. Zugleich gewann die Idee eines freien griechischen Staates an Kraft. Auch Griechen im Ausland unterstützten diese Entwicklung und stärkten die Unabhängigkeitsbewegung.
Ein wichtiges Symbol dieser Zeit ist Bischof Germanos von Patras. Der Überlieferung nach hisste er im Kloster Agia Lavra die griechische Flagge und rief die Menschen auf dem Peloponnes dazu auf, sich gegen die osmanische Herrschaft zu erheben. Deshalb wird der 25. März eng mit dem Beginn der Griechischen Revolution von 1821 verbunden. Dass dieser Tag zugleich auf das Fest der Verkündigung fällt, verlieh ihm zusätzlich eine starke religiöse Bedeutung. So wurde er zu einem festen Erinnerungs und Feiertag in Griechenland.
Mit dem Ausbruch der Revolution kam es in vielen Regionen zu Aufständen, Kämpfen und militärischen Auseinandersetzungen. Beide Seiten versuchten, strategisch wichtige Städte, Festungen und Versorgungswege unter ihre Kontrolle zu bringen. Genau daraus entwickelte sich schließlich auch die Belagerung. Sie war das Ergebnis der wachsenden Spannungen und Teil des Kampfes um politische und militärische Vorherrschaft. Wer eine bedeutende Stadt oder Festung hielt, konnte die eigene Stellung stärken und den weiteren Verlauf des Krieges entscheidend beeinflussen.
Die Belagerung war deshalb kein einzelnes Ereignis ohne Vorgeschichte, sondern Teil eines größeren Freiheitskampfes. Sie stand für den Widerstand gegen die osmanische Herrschaft und für den Versuch der Griechen, ihre Unabhängigkeit Schritt für Schritt durchzusetzen.
Hier eine Dokumentation über die griechische Revolution auf griechischer Sprache (englische Untertitel)
Am 25.3. ist auch ein kirchlicher Feiertag: Das Fest der Verkündigung
Im orthodoxen Kalender des besagten Tages erschien der Erzengel Gabriel und teilte Jungfrau Maria mit, dass sie schwanger sei. Der 25. März ist ein großer, positiver Feiertag im Kirchenjahr in Griechenland. Genau deshalb eignete er sich als Symboltag für „Neuanfang“ und „Befreiung“. Im Laufe der Zeit wurde der 25. März als offizieller Gedenktag für den Beginn des Unabhängigkeitskampfes fest etabliert, parallel zum Fest der Verkündigung.
Darum heißt der Tag in Griechenland oft einfach „tou Evangelismou“. Und deshalb haben Evangelos und Evangelia auch genau an diesem Tag Namenstag.
Wichtig: Der Aufstand begann nicht überall exakt am 25. März. In verschiedenen Regionen starteten Aktionen früher oder später. Der 25. März ist vor allem der gemeinsame nationale Feiertag, der beides bündelt.
Im Jahre 1828 wurde der erste moderne griechische Staat unter dem Namen „Hellenischer Staat“ gegründet und bestand aus Peloponnes und einem Teil Mittelgriechenlands. Der erste Staatsoberhaupt Griechenlands hieß Ioannis Kapodistrias (Abgebildet auf den heutigen griechischen Euro-Münzen). Er gründete Schulen und Waisenhäuser, hat ferner dazu beigetragen große Fortschritte in der Entwicklung der griechischen Wirtschaft und Bildung zu erzielen.
Wie wird der 25.03. in Griechenland gefeiert?

Der Nationalfeiertag wird mit Reden über die griechische Geschichte, Umzügen und Militärparaden gefeiert. In ganz Griechenland gibt es Paraden, die von Schulen organisiert werden. Kinder tragen während des Marsches traditionelle Trachten und wehen mit griechisch & hellenischen Flaggen. Die größte aller Paraden findet in Athen statt (siehe Video). Von Blaskapellen, Militärfahrzeugen und Einheiten der griechischen Armee, werden tausende Zuschauer angezogen, darunter natürlich ebenso Politiker und Staatsoberhäupter. Leider findet es dieses Jahr wegen der Pandemie ohne die Bevölkerung statt. Die Menschen sitzen zuhause am TV.
Nicht nur Griechenland und Zypern feiern den griechischen Unabhängigkeitstag. Große griechische Minderheiten wie es sie bspw. in Boston, New York und Melbourne gibt, feiern den Nationalfeiertag ebenfalls in Paraden auf den Straßen. Besonders das 200 jährige Jubiläum feierte die Welt mit Griechenland, viele Länder beleuchteten ihre Wahrzeichen – vom Eifelturm in Paris bis zum Theater in Melbourne!
Kulinarische Traditionen
Da sich der 25. März immer in der orthodoxen Fastenzeit befindet, werden nur vegane Gerichte zubereitet. Speziell für diesen Feiertag sind Bakaliaros & Skordalia (gebackener Kabeljau mit Kartoffel-Knoblauch-Paste). Während der Fastenzeit nach julianischem Kalender gibt es zwei Tage, an denen Fisch erlaubt ist: der 25. März und Palmsonntag.
Der 25. März 1821 ist international bekannt
Auch der US-Präsident feiert den 25. März jedes Jahr mit einer Proklamation, die die Bürger an die Beiträge Griechenlands zur Demokratie, sowie an die aktuellen Beiträge von ausgewanderten Griechen in ihren neuen Gemeinden auf der ganzen Welt erinnern soll.
