DIE GESCHICHTE DER PONTOS-GRIECHEN

19. Mai – Der Gedenktag zum V├Âlkermord

Die Griechen Kleinasiens sind Menschen, die die Philosophie und das erste wissenschaftliche Denken der Welt erfunden haben, die erhabene Tempel bauten, die der Welt die epischen Gedichte Homers und die Geschichten Herodots schenkten, die von Nordafrika nach Westen bis zu den ├Âstlichen Steppen Asiens reisten und Handel trieben, die ein Reich schufen, das ├╝ber 1000 Jahre Bestand hatte, mit einer Zivilisation, die von keinem seiner Zeitgenossen ├╝bertroffen wurde, das Volk, das, obwohl es erobert und misshandelt wurde, unter fremder Herrschaft ├╝berlebte und in einigen F├Ąllen sogar gedieh und dessen Aufbau zweieinhalb Jahrtausende dauerte. Was zweieinhalb Jahrtausende brauchte, um aufgebaut zu werden, brauchte nur zehn Jahre, um zerst├Ârt zu werden.
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Nutzung: William Robert Shepherd, Public domain, via Wikimedia Commons

Am 19. Mai gedenken wir an den Genozid an den Pontos-Griechen, denn am 19. Mai 1919 landeten t├╝rkische Nationalisten mit ihrer Armee in Samsun (antike Namensform: Amisos – Stadt am Schwarzen Meer in der heutigen T├╝rkei) und die letzte Phase der Vernichtung, der griechisch-orthodoxen Bev├Âlkerung und ihrer dauerhaften Vertreibung aus ihrer Heimat begann.

Nutzung: William Robert Shepherd, Public domain, via Wikimedia Commons

Doch die Geschehen fingen schon zuvor in Ost-Thrakien an. Im Jahr 1912 beschloss das Komitee f├╝r Einheit und Fortschritt, zu dem auch der sp├Ątere Gr├╝nder der modernen T├╝rkei, Mustafa Kemal Atat├╝rk, geh├Ârte, die restlose Vernichtung der christlichen Bev├Âlkerung.

Die Verfolgungen entfalteten sich zun├Ąchst in Form von Gewalttaten und Vertreibungen; sehr schnell aber haben sie ein systematisches und organisiertes Ausmass angenommen. Sie wollten im Grunde genommen nicht, dass diese Menschen in ihrer traditionellen Heimat leben. Es war Teil der T├╝rkisierungspolitik und ja, es entsprach der Definition dessen, was die Vereinten Nationen 1948 als V├Âlkermord bezeichnet haben.

Der Terrorismus, die Arbeitsbataillone, die Verbannungen, die Hinrichtungen, die Verbrennungen der D├Ârfer, die Vergewaltigungen und die Morde, haben die Pontos-Griechen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen.

Bis 1923 waren von den etwa zwei Millionen Griechen, die zu Beginn des Ersten Weltkriegs in Kleinasien lebten, mehr als 353.000 Pontosgriechen gestorben. Die Dunkelziffer ist laut verschiedener historischer Quellen deutlich h├Âher und wird zwischen 1,2 bis 1,5 Millionen gesch├Ątzt. Fast alle anderen wurden w├Ąhrend des anschlie├čenden erzwungenen Bev├Âlkerungsaustauschs zwischen Griechenland und der T├╝rkei zwangsdeportiert. Die wenigen ├ťberbleibenden wurden unter staatlichem und kulturellem Druck muslimisch. Sie leben bis heute noch dort, sind t├╝rkische Staatsb├╝rger und mussten t├╝rkische Namen annehmen.

Fr├╝here und aktuelle t├╝rkische Regierungen haben den V├Âlkermord vehement geleugnet. Sie behaupten, dass der Verlust von Menschenleben in den christlichen Gemeinden der heutigen T├╝rkei das Ergebnis der Unruhen w├Ąhrend des Ersten Weltkriegs war. In der T├╝rkei gilt der 19. Mai hingegen als gro├čer Tag: Die Ankunft Mustafa Kemals in der Hafenstadt Samsun war der Beginn der ÔÇťBefreiungskriegeÔÇť, die 1923 zur Gr├╝ndung der t├╝rkischen Republik f├╝hrten.

Lasset die Erinnerung an das, was diesen Griechen in Kleinasien widerfahren ist, nicht in Vergessenheit geraten. Helft mit, die Erinnerung an sie und ihre Geschichte lebendig zu halten. Die Griechische Bev├Âlkerung Kleinasiens wird diese Ereignisse nicht vergessen. Die Erinnerung an Millionen toter Landsleute ist lebendig, und jedes Jahr trauern die Menschen um die Opfer des V├Âlkermords an den Griechen.

Videos auf griechisch: ╬Ö¤â¤ä╬┐¤ü╬»╬▒ ¤ä¤ë╬Ż ╬Ľ╬╗╬╗╬«╬Ż¤ë╬Ż ¤ä╬┐¤ů ╬á¤î╬Ż¤ä╬┐¤ů

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